Warum deine Fotos eine Geschichte brauchen

In zwanzig Jahren wirst du nicht mehr wissen, warum du dieses oder jenes Foto gemacht hast. Erinnerungen sind flüchtig. Schreibe etwas zu den Fotos auf und du wirst 5 positive Effekte spüren.

Zusammenfassung

Der Artikel in Kürze

Es gibt kein schöneres Motiv, als das eigene Kind. Kein Wunder, dass das Smartphone vor Fotos überquillt! Aber fotografieren reicht nicht, wenn es darum geht, Erinnerungen nachhaltig festzuhalten. Schreibe Erinnerungen zu deinen Fotos auf und du wirst 5 positive Effekte erfahren:

  1. Die Familie rückt zusammen, weil sie deinen Alltag näher miterlebt, als nur mit Fotos.

  2. Dein Kopf bleibt frei, weil du keine Angst mehr hast, eine Erinnerung zu vergessen.

  3. Du wirst stolz und zufrieden, weil du dir Fortschritte und schöne Momente bewusst machst.

  4. Fotos aussortieren wird sofort leichter, weil du nicht für jede Emotion ein Foto brauchst.

  5. Du erinnerst emotionale Momente für immer.

Warum diese Effekte eintreten werden und warum du dafür keine besonders kreativ Ader benötigst, verrate ich jetzt.

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Deswegen brauchen deine Fotos eine Geschichte!

Während ich vor ein paar Jahren durch die Fotoalben meiner Kindheit blätterte, schnullerte mein Kind im Arm.

Plötzlich durchzuckte mich ein leiser Schmerz. Ich hatte zwar selber all die Fotoalben von früher, aber wie meine Mutter sich gefühlt hat, als sie mich im Arm gewiegt hat, werde ich nie mehr erfahren. Sie starb zu früh, um mir die brennenden Fragen zu beantworten, die erst durch meine Kinder in mir aufkamen.

Seitdem schreibe ich zu allen unseren Fotos etwas auf. Mal Gedanken, mal Gefühle, dann wieder witzige Anekdoten oder Sprüche unserer Kids, die inzwischen stolze Kindergartenkinder sind. Auch mein Mann hält ab und zu etwas fest. Gemeinsam teilen wir die Geschichten mit der nahestehenden Familie.

Das hat Effekte, mit denen ich vorher nicht gerechnet habe:

1. Die Familie rückt zusammen

Was mein Mann und ich feststellen ist, dass Großeltern und andere aus der Familie sich zwar immer über süße Fotos unserer Kinder freuen. Aber worüber sie lachen und worauf sie reagieren, sind die Geschichten, die wir dazu mit ihnen teilen. Erst durch das, was wir zu den Fotos aufschreiben, verstehen sie, was bestimmte Augenblick so besonders für uns gemacht hat. Sie fühlen sich, als wären sie hautnah dabei gewesen. Sie schätzen es wert, an unserem Familienalltag teilzuhaben.

2. Mein Kopf bleibt frei

Der zweite positive Effekt ist, dass ich immer den Überblick über meine Erinnerungen habe. Ich habe keine Angst mehr, etwas zu vergessen, denn ich habe alles Wichtige aufgeschrieben. Ich fühle mich sortiert und klar, was ich im oft nicht so sortierten Alltag mit Kindern als sehr positiv empfinde.

3. Ich bin stolz und zufrieden

Alleine die Quantität aller Momente zu sehen, die wir als Familie bereits zusammen erlebt haben, beeindruckt mich rückwirkend. Etwas aufzuschreiben, hat zudem den Effekt, dass man sich Fortschritte verdeutlicht. Anstrengende Phasen mit Kindern können sich ewig anfühlen. Aber in meinen Aufschrieben erkenne ich, welche Probleme wir heute nicht mehr haben. Es stimmt mich obendrein glücklich, besonders tolle Momente immer wieder anzuschauen.

4. Fotos aussortieren wird sofort leichter

Womit ich nie gerechnet hätte, dass es durch die aufgeschriebenen Geschichten viel einfacher ist, Fotos auszusortieren. Vielleicht hältst du auch oft 10x Mal darauf, um wenigstens ein gelungenes Foto zu haben- und löscht die anderen dann doch nicht. Aber wenn du mit der Geschichte zu dem Foto aufschreibst, reichen oft 2-3 Bilder, weil du mit der Geschichte die Essenz der Erinnerung eingefangen hast,

5. Du erinnerst emotionale Momente für immer

Der beste Effekt am Erinnerungen aufschreiben ist natürlich, dass du nie wieder vergessen wirst, warum du eigentlich den Auslöser gedrückt hast. Die innigsten Gefühle zu deinem Kind werden für immer Teil eines Fotos sein.

Ausblick

Fühlst du dich nicht kreativ genug zum Schreiben?

Von Freunden höre ich immer wieder, sie würden gerne etwas aufschreiben, wären aber nicht kreativ genug. Fühlst du das auch so?

Das ist eine Blockade, die du lösen kannst. Wenn du Fotos von deinen Kindern machst, hältst du auch einfach darauf. Du denkst nicht einmal daran, den Moment verstreichen zu lassen, nur weil du keine Fotografenausbildung hast. Stimmts? ;)

Halte es beim Aufschreiben genauso. Du kannst ja schreiben. Du hast vielleicht nur nicht gelernt, kreativ zu schreiben. Brauchst du in diesem Fall aber auch nicht. Deine Aufschriebe sind schließlich nicht für die New York Times bestimmt, sondern nur für dich und dein Kind. Und dein Kind wird sich später über alles freuen, was du festgehalten hast, egal, wie kurz und holprig und wie wenig unpoetisch.

Wie ich am Ende meines TEDx Talks sage:

Deine Erinnerungen sind dein Vermächtnis.

Ein Vermächtnis voller Liebe. Halte sie jetzt fest!

Es macht glücklich. Versprochen.

Ausblick

Liebst du Erinnerungen?

Schau dir meinen persönlichen TEDx Talk "Stories behind Pictures" an!

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